Geschichte

Ein kurzer Abriss der Geschichte

Seit der zweiten Hälfte des neunzehnten Jahrhunderts befand sich eine Kastenspritze aus dem Jahre 1822 im Besitz der Gemeinde Neundorf. Diese wurde 1878 durch eine neue Abprotzspritze mit Sauger ersetzt. Da diese neue Technik eine ordnungsgemäße Bedienung erforderte, wurde 1879 eine neue Feuerlöschordnung erlassen und alle Neundorfer Männer im Alter zwischen 18 und 50 Jahren zum Pflichtfeuerwehrdienst einberufen.

Im Jahre 1879 brannte das damalige Spritzenhaus ab, und so wurde 1880 ein Neubau an anderer Stelle errichtet.

Am 20. Juni 1880 war es dann soweit, mit einer Stärke von 42 Mann wurde die Freiwillige Feuerwehr Neundorf gegründet.

Zur Kameradschaftspflege wurde nach dem 25-jährigen Jubiläum, im Jahre 1905, immer ein Feuerwehrball veranstaltet. Doch nicht immer konnten die Kameraden dieses alljährliche Vergnügen störungsfrei genießen. Am 27. Juli 1914 kam es während des Feuerwehrballs zu einem Brand im Käublergut.

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1923 wurde von der Gemeinde für damals 4500 Mark eine zweite Handdruckspritze angeschafft.

Während des Krieges wurde 1941 die erste Motorspritze angeschafft. Wie zu dieser Zeit üblich, wurde diese nicht im gewohnten Rot geliefert, sondern trug eine dunkelgrüne Lackierung.

Trotz unbefriedigendem Zustand der Ausrüstung nach dem Krieg, wurde die FFw Neundorf zwischen 1951 und 1955 während der Sommermonate zum Schutz der Ernte zur täglichen Feuerwache verpflichtet. Nach wie vor musste der Spritzenanhänger mit der Hand zum Einsatzort gezogen werden, es sei denn, ein Neundorfer Bauer stellte ein Pferd großzügig zur Verfügung.

Dieser Zustand änderte sich dann glücklicherweise mit dem Silvester 1960.

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Für den Preis von einer Flasche Schnaps wurde das erste motorisierte Einsatzfahrzeug der FFw gekauft. Es handelte sich dabei um einen Brennabor aus dem Jahre 1931, an dem in unzähligen Stunden gearbeitet werden musste, um ihn in Fahrbereitschaft zu erhalten.

Doch das Alter des Brennabor machte die Anschaffung eines modernen Fahrzeuges notwendig. Nach heftigen Gefechten mit der Bürokratie wurde schließlich ein ausgedientes Armeefahrzeug vom Typ Garant der Wehr übergeben, welches in vielen freiwilligen Stunden zum Mannschaftstransportwagen umgebaut wurde.

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Zu dieser Zeit wurde ein neues Gerätehaus gebaut und 1967 der Feuerwehr übergeben.

Schweren Herzens musste man sich 1974 vom Garant trennen. Obwohl noch einsatzbereit, musste er auf Beschluss des Rat des Kreises abgegeben werden. Als Ersatz erhielt unsere Wehr ein fabrikneues Kleinlöschfahrzeug, einen B 1000. Gleichzeitig wurden die Neundorfer mit schwerer Atemschutztechnik ausgerüstet.

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1980 jährte sich die Gründung zum einhundertsten Male. Das Festwochenende vom 20. bis 22. Juni fand nicht nur bei den Neundorfern mit einer Schauübung, Feuerwehrwettkampf, Technikvorführung und Festumzug großen Anklang.

Hier kann man einen kurzen Mitschnitt eines Hobbyfilmers vom Umzug und der anschließenden Schauübung bestaunen.

Zur 600 Jahr Feier der Gemeinde Neundorf, 1986, wurde die Entwicklung der FFw von der Gründung bis zur Gegenwart im Festumzug gezeigt.

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Nach 12 Jahren treuen Dienst wurde der B 1000 an die FFw Cunersdorf abgegeben. Dafür hielt am 9. Juli 1986 ein neuer Robur LO Einzug ins Depot. Ursprünglich wurde dieses Fahrzeug  für die NVA als Mannschaftswagen gebaut, durch  so manche Arbeitsstunde wurde es  zum Löschfahrzeug umgerüstet. Nicht zuletzt durch den Einbau eines Löschwassertank und eines moderen Stromerzeugers wurde der Einsatzwert enorm gesteigert.

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Zuwachs bekam der Fuhrpark unserer Wehr am 11. Dezember 1998 durch ein Mehrzweckfahrzeug. Dies wurde in über 600 Stunden aus ein als Totalschaden zu bezeichnenden VW Transporter für den Feuerwehrdienst um- und ausgebaut.

Im Zuge der Gemeindegebietsreform wurden auch die Ortsfeuerwehren Wiesa Wiesenbad, Schönfeld und Neundorf  zur Gemeindefeuerwehr Thermalbad Wiesenbad mit gemeinsamer Wehrleitung vereinigt.

Im Jahr 2000 konnten wir  gemeinsam mit unseren Einwohnern und befreundeten Feuerwehren das 120 jährige Jubiläum feiern. Ein Wettkampf,  eine Schauübung und natürlich Disco und Tanzabend waren Höhepunkte am Festwochenende. Es konnte auch ein Anhänger für das Mehrzweckfahrzeug angeschafft und feuerwehrtechnisch umgebaut werden.

Das Jahrhunderthochwasser im August 2002 forderte auch von den Neundorfer Feuerwehrkameraden die volle Einsatzbereitschaft. So mussten eine Vielzahl von Sandsäcken gefüllt und gestapelt werden. Auch etliche Keller mussten nach Rückgang des Wassers leergepumpt werden. Ein Großteil der Einsätze wurde in Wiesa abgearbeitet.

125 Jahre FFw Neundorf  wurde im August 2005 gefeiert .Bei bestem Sommerwetter wurden Fußballtunier,  Feuerwehrwettkampf und Tanzabend mit Feuerwerk zu einem Zuschauermagnet. Den Höhepunkt bildete am Festsonntag das Fahrzeugtreffen und der große Festumzug. Im März 2006 konnten wir unser neues TSF-W/Z (Tragkraftspritzenfahrzeug Wasser)in Dienst stellen. Das Einsatzspektrum der letzten Jahre reichte von der Beseitigung  von Ölspuren,  Unwetterschäden bis zu kleineren und größeren Bränden . Den größten Einsatz hatten wir im Jahr 2008 als nach einem Blitzschlag  ein Stallgebäude brannte.  Durch ein schnelles Eingreifen, gemeinsam mit den Nachbarfeuerwehren, konnte ein Großteil der Bausubstanz gerettet werden .

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Zur Kameradschaftspflege  gehören neben regelmäßigen Grillen nach dem 14tägig stattfindenden Ausbildungsabenden  auch gemeinsame Ausfahrten, die uns zum Beispiel ins Planetarium nach Jena oder in die goldene Stadt Prag führten .Auch im dörflichen Leben beteiligt sich die Freiwillige Feuerwehr ,so wird alljährlich die Ortspyramide aufgebaut und am 1. Advent angeschoben .Im Jahr 2009 wurde in Eigenleistung  die Fahrzeughallen und die Werkstatt im Gerätehaus renoviert. Die  größten noch zu lösenden Probleme sind die umfassende Sanierung des Gerätehauses  ,die unzureichende Löschwasserversorgung  im Ort und die nicht immer gewährleistete Tagesalarmbereitschaft ,weil die meisten Aktiven ausserorts arbeiten .Zur Zeit (2009) gibt es 28, aktive Mitglieder 4 Mitglieder der Jugendfeuerwehr und 11 Mitglieder der Alters-und Ehrenabteilung. Neben der ständigen  Aus-und Weiterbildung steht im Jahr 2010 auch die Vorbereitung unseres 130jährigen Jubiläums auf dem Programm, welches wie bei  vorhergegangenen Festen auch von den Ehepartnern und Freunden unserer Kameraden tatkräftig unterstützt wird  .Solche Feste dienen nicht nur der Unterhaltung sondern geben auch einen Einblick in die Arbeit der Freiwilligen Feuerwehr und wecken das Interesse von Jung und Alt selbst aktiv zu werden .So konnte  nach dem Feuerwehrfest 2005 die Jugendfeuerwehr zwei und die Einsatzabteilung eine Neuaufnahme verzeichnen.

Im Jahr 2011 beging unser Heimatort die 625-jährige urkundliche Ersterwähnung, natürlich waren auch die Kameraden unserer Wehr dabei und haben verschiedene Aufgaben erfüllt. Unsere Kameraden veranschaulichten die historische Entwicklung unserer Wehr, führte verschiedene Vorbereitungs-, Absicherungs-  Versorgungs- und Nachbereitungsarbeiten durch.

Nach der Zeit der Vorbereitung und Durchführung der 625-Jahrfeier kam eine Zeit der Bauarbeiten. Unser Schulungsraum zeigte sich stark renovierungsbedürftig und der Kindergarten, der sich ebenfalls in der ehemaligen Schule befindet, sollte evtl. vergrößert werden. Deshalb sollte unser Schulungsraum in die gegenüberliegenden Räume der ehemaligen Gemeindeverwaltung umziehen. Aus Spendengeldern und der Kameradschaftskasse konnte eine neue Küche, sowie Beamer und Leinwand beschafft und eingebaut werden.

Durch den großen Einsatz der Kameraden konnte im Schulungsraum neue Elektrik installiert werden, eine Lüftungsanlage wurde eingebaut und der Raum komplett renoviert. Die Fa. Th. Mey unterstützte uns bei den Renovierungsarbeiten. Die Bodenlegearbeiten auf Kosten der Gemeindekasse übernahm die Fa. S. Mey.

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Unser Mehrzweckfahrzeug war zwischzeitlich in die Jahre gekommen. Als 2010 die Hauptuntersuchung durchgeführt wurde stellte der Prüfer schon in Aussicht, dass dies wohl das letzte TÜV-Siegel unseres VW T3 werden würden. Unsere Kameraden machten sich von nun an Gedanken wie ein Ersatz aussehen könnte und wie er wohl zu beschaffen sei da die Gemeindekasse wie immer klam war. Es wurde ein Fahrzeugkonzept erarbeitet und zuerst dem Bürgermeister und später dem Gemeinderat vorgestellt. Leider zog sich die Entscheidungsfindung lange hin und ein zugesagtes Fahrzeug, eines regionalen  Energieunternehmens, wurde ebenfalls kurzfristig abgesagt. So wurde nun über die Fa. VIS in Schönfeld ein  gebrauchtes Fahrzeug beschafft und umgebaut. Abschließende Arbeiten wurden von unseren Kameraden in den Wintermonaten 2012/2013 in einer Garage der Fa. Schiefer durchgeführt. Am 21.02.2013 konnte das “neue” Fahrzeug endlich in Dienst genommen werden.

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